Ein Ring entsteht

Alle Holzringe von HolzTraum sind Bendwood Ringe. Das heißt, die Ringe werden aus mehreren Schichten dünnen Holzes gebogen. Ringe, die mit dieser Technik hergestellt sind, sind statisch sehr viel stabiler, als gedrechselte Ringe. Im folgenden sehen Sie die einzelnen Schritte, wie ein Ring bei HolzTraum entsteht.

Johannesbrotbaum
Selbst gefundenes Holz

Am Anfang vieler Ringe steht bei HolzTraum nicht eine Bestellung in einer Furnierhandlung, sondern ein Stück gefundenes Holz, dass mich in irgendeiner Form angesprochen hat. Auf dem Foto ist ein Stück eines Johannesbrotbaumes zu sehen, das mich bei einem Spaziergang in Spanien dunkelrot unter einem alten knorrigen Baum angelacht hat. Dort an Ort und Stelle habe ich ein Stück aus dem herunter gefallenen Ast gesägt. In ähnlicher Weise sprechen mich Buchenholzstücke an, die, wenn sie nicht ganz torcken gelagert wurden, gerne diese scharzen Trüffel-Schlieren entwickeln.

Die Kantel entsteht, Furnier wird geschnitten

Zu Hause angekommen säge und hobele ich aus dem Fundstück eine Kantel mit paralellen Seiten. Frische Holzstücke müssen dann möglichst ohne Rissbildung ablagern.

Später werden von der Kantel 0,5mm weise dünne Holzschichten abgeschält. Dieser Arbeitsgang ist für mich sehr spannend und erfüllend, wenn schöne Farben oder Strukturen zum Vorschein kommen. Er kann aber auch einfach gar nichts Gutes heraus kommen, dann wandert die Kantel einfach ins Brennholz.

Die Bilder nebenan zeigen die ersten Furnierstreifen Johannisbrotbaum. Das Holz ist extrem hart und zum Glück nicht nur an der Stirnseite rötlich. Für mich ein erfreulicher Erfolg.

Die Unabhängigkeit von industriell gefertigtem Furnier ermöglicht mir, auch aus einheimischen oder europäischen Urlaubs-Fundstücken meine eingenen Furniere zu schneiden. Oftmals verbergen sich in diesen kleinen Holzstücken ungeahnte Maserungen, die Sie nur bei HolzTraum finden.

Voriger
Nächster
mehrere Bentwoodring Rohlinge
Der Rohling wird gewickelt

Als nächstes werden die Furnierstreifen auf die nötige Länge geschnitten und je nach Kundenwunsch mit einer Lasergravur versehen. Bei Ringpaaren wähle ich grundsätzlich sehr ähnliche Streifen aus, so dass die fertigen Ringe sich sehr ählich sehen werden.

Die Holz-Streifen werden im Wasserbad aufgekocht, wodurch das Holz biegbar wird, ähnlich der Weidenzweige bei einem Korbflechter.
Noch warm und feucht werden die Streifen auf Zylinder gewickelt und verklebt.
 
Der Rohling ist nun fertig. Auf dem Foto sind drei Ringpaare und drei Einzelstücke zu sehen.
An der Drehbank

Jetzt kommt der eigentliche Teil der Ring-Herstellung.

Der Ring wird an der Drehbank auf die gewünschte Breite und Form geschliffen. Auch hier achte ich sehr darauf, dass Paarringe den selben Ausschnitt aus den Rohlingen erhalten.
Wenn Breite und Form gelungen sind, wird der Ring mit immer feinerem Schleifpapier glatt geschliffen.

Wenn der Ring ein umlaufendes Inlay enthalten soll, wird nun händig eine Vertiefung angelegt, die mit Edelsteinen oder Metall ausgefüllt wird.

Die Versiegelung

Nun wird der Ring im Vakuum mit Acrylharz stablisiert. Durch das Vakuum wird die Luft aus den Holz-Poren gesaugt und das Acrylharz kann tiefer in das Holz eindringen. Nach zwei Vakuum-Gängen wird der „Pur“-Ring von dem überschüssigen Acrylharz befreit und kann trocknen. Bei einem „Luxus“-Ring wird das Acrylharz nicht entfernt, sondern härtet zu einer geschlossenen Schicht aus.

Nun sind erst mal alle versiegelten Ringe glänzend. Für die matte Versiegelung wird die Oberfläche von Hand mit sehr feinem Schleifpapier matt geschliffen.

Wenn ein Zirkonia-Stein gewünscht ist, wird der nun in die fertige Acrylharz-Schicht eingelassen.

Nun haben Sie hoffentlich einen Eindruck davon, wie ein Holzring in der Bentwood-Technik entsteht.